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Allgemeine Infos über die Geriatrie / Altersmedizin

© Alexander Raths - Fotolia.com_51210382_L

Als der Wiener Arzt Ignatz Leo Nascher 1908 eine Versorgungseinrichtung für ältere Menschen besuchte, war er über die guten Behandlungserfolge in dieser Einrichtung sehr überrascht. Auf seine Fragen hin erläuterten ihm die Mitarbeiter, dass man so wie der Kinderarzt die Besonderheiten des jungen Menschen berücksichtige, in dieser Einrichtung die besonderen Bedürfnisse des alten Menschen in den Blick nehme.

 

Dieses Konzept schien dem jungen Arzt sofort einleuchtend, so dass er sich zunehmend für die medizinische Betreuung älterer Patienten interessierte. Im Jahre 1914 verfasste er dann das erste bekannte Lehrbuch über Altersmedizin, der er den Namen „Geriatrie“ (griechisch geras = Alter) verlieh. 

 

Alter ist keine Krankheit an sich, aber das Alter schafft Voraussetzungen dafür, dass Krankheiten häufiger und in anderer Form als beim jüngeren Erwachsenen auftreten können.

 

Unsere Bedürfnisse und Erwartungen wandeln sich mit zunehmendem Lebensalter. Viele Dinge, die einen Menschen im Laufe des Lebens beschäftigt haben, treten in den Hintergrund, während die Sorge um die eigene Gesundheit und das Wohlergehen größere Bedeutung erlangen.

 

Und wir bemerken auch, dass unsere Kräfte und Fähigkeiten, die wir zur Bewältigung des Alltages einsetzen müssen, im Laufe des Lebens weniger werden. Wir müssen – oft schon als jüngere Erwachsene - zum Lesen eine Brille tragen oder zum Hören ein Hörgerät benutzen. Das Gehen wird beschwerlicher und man muss eine Gehhilfe oder einen Rollator benutzen. Kommt in dieser Situation noch eine körperliche oder seelische Erkrankung hinzu, so kann der Körper die Einschränkungen oft nicht mehr ausreichend ausgleichen. Die Bewältigung selbst einfacher Aufgaben kann dann zum großen Problem werden. Während sich ein junger Mensch trotz eines Hand- oder Armbruches noch gut helfen kann oder über Freunde und Familie Hilfe erhält, kann ein alter Mensch unter Umständen seinen Alltag ohne fremde Hilfe nicht mehr meistern.

 

Wer hilft dann bei den alltäglichen Verrichtungen, beim Waschen und Anziehen, beim Einkaufen oder Saubermachen?

 

Die Geriatrie hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Erkrankungen des alten Menschen in ihrer besonderen Erscheinungsform umfassend zu behandeln. 

 

Denn im Alter ergeben sich besondere, aber für viele Menschen gleichförmige Probleme:

  • Die Beweglichkeit lässt nach und es tritt eine schnellere Ermüdung bei Tätigkeiten auf.
  • Das Gleichgewicht ist beeinträchtigt und es fällt schwer sich zu bücken.
  • Beim Duschen und bei der Körperpflege kommt es immer wieder zu heftigen Stürzen mit schmerzhaften Knochenbrüchen oder Blutergüssen.
  • Bei einem Sturz reicht die Kraft der Muskulatur nicht mehr um sich festzuhalten und man verletzt sich.
  • Die Sinnesorgane wie Augen oder Ohren lassen nach und es müssen
    Seh- und Hörhilfen angepasst werden. Das Lesen wird schwieriger und oft wird ein Gespräch oder eine Fernsehsendung nicht mehr richtig verstanden. Daher ziehen sich die Menschen zurück und nehmen weniger am gesellschaftlichen Leben teil, weil sie sich unsicher fühlen und nicht ständig nachfragen möchten. Auch das selbstständige Richten von Tropfen oder Tabletten ist dadurch beeinträchtigt.
  • Das Gedächtnis kann beeinträchtigt sein und es fällt schwer sich mit neuen Dingen auseinander zu setzen. Neue und unerwartete Veränderungen bereiten Angst und Unsicherheit. Diese können in der Nacht besonders stark auftreten.
  • Bei einer Infektion, einem Krankenhausaufenthalt oder nach einer Operation tritt nach kurzer Zeit eine Verwirrtheit auf.
  • Die Erholung von einer akuten Erkrankung benötigt mehr Zeit.
  • Es besteht ein häufiger Harn- oder Stuhldrang, so dass man sich nicht mehr aus der gewohnten Umgebung wagt.
  • Das Durstgefühl und der Appetit lassen nach, so dass es dem Köper an Wasser und Nährstoffen fehlt.
  • Die Funktionen von Nieren und Leber vermindern sich, so dass bestimmte Medikamente nicht mehr vertragen werden.
  • Die Nebenwirkungen von Medikamenten können stärker in den Vordergrund treten.
  • Die Kinder sind aus dem Haus und wohnen in weiter Entfernung, so dass sie im Alltag nicht helfen können. Andere Verwandte oder Freunde können wegen der Bewegungseinschränkung nicht mehr erreicht werden.

Tritt in dieser Situation noch eine akute Erkrankung, etwa eine Lungenentzündung oder ein Schlaganfall, auf, verschlechtern sich die Möglichkeiten, den Alltag zu bewältigen in erheblichem Maße. Hier ist dann eine speziell auf den alten Menschen ausgerichtete Therapie erforderlich.

 

So wie der alternde und alte Mensch besonders ist, so muss auch der therapeutische Umgang mit ihm besonders sein. Gerade die besondere Verflechtung der einzelnen Einschränkungen muss hier berücksichtigt werden. 

 

Daher sind verschiedene Berufsgruppen an der Versorgung des erkrankten älteren Menschen beteiligt:

  • Die Krankenpflege ist auf die besonderen Bedürfnisse und Probleme des alten Menschen ausgerichtet. Durch spezielle Schulungsmaßnahmen und Qualifikationen wird eine hohe fachliche Kompetenz erreicht.
  • Eine spezielle krankengymnastische Übungsbehandlung kräftigt die Muskeln, so dass ein besserer Stand und ein verbessertes Gehen möglich werden. Dies beugt Stürzen vor und ermöglicht wieder eine größere Beweglichkeit.
  • Eine ergotherapeutische Übungsbehandlung trainiert die eingeschränkten Funktionen unter den Bedingungen des Alltages, so dass beispielsweise das Essen, die Körperpflege oder das Anziehen wieder ermöglicht werden.
  • In der Logopädie wird das Sprechen und vor allem auch das Schlucken geübt, so dass wieder eine selbstständige Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit erreicht werden kann.
  • Das Ärzteteam berücksichtigt die Wechselwirkung der einzelnen Erkrankungen und Therapien unter besonderer Berücksichtigung der Lebensqualität des alten Menschen. Hierzu gehört eine intensive Zusammenarbeit mit dem Hausarzt, der den Patienten nach der Entlassung weiter betreut.
  • Der Sozialdienst kümmert sich um die Weiterversorgung nach der Entlassung, um Hilfestellungen für Patienten und Angehörige sowie die Klärung sozialrechtlicher Fragen wie Pflegestufe oder Hinzuziehung von Pflegediensten. 

Das CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia hat in einem Neubau eine speziell auf diese Erfordernisse ausgerichtete Station eröffnet.

 

In einem interdisziplinären Team von Ärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern werden ältere Menschen mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen behandelt. Die Station ist hierzu auch mit eigenen Therapiegeräten ausgestattet worden.

 

Die Patienten können durch Einweisung des Hausarztes oder durch Verlegung aus anderen Abteilungen auf die Station aufgenommen werden.

 

Ziel ist es in jedem Fall durch eine intensive Übungsbehandlung eine möglichst große Eigenständigkeit in den Alltagsfähigkeiten wieder zu erlangen und zu bewahren.